Geistlicher Impuls

Die Letzten werden die Ersten sein!

Im Augenblick haben wir das Matthäusevangelium in der fortlaufenden
Bibellese und denken auch im Bibelgespräch darüber nach.

Jemand hat einmal gesagt, das sei das Oberthema, des ganzen
Matthäusevangeliums. Wir finden diesen Satz zweimal im Matthäusevangelium,
so in Kapitel 19,30 und Kapitel 20,16.

Schon am Anfang geht es los: Die Hirten und heidnischen Sterndeuter
finden den Weg zu dem Jesuskind. Jesus isst mit den unbeliebten
Zolleinnehmern, die oft die Leute betrogen haben, heilt
Aussätzige und Besessene, rettet die kananäische Frau und am Ende
bezeugt der römische Hauptmann als Einziger am Kreuz: Dieser
ist Gottes Sohn gewesen (27,54).

Die Letzten werden die Ersten sein, ein Satz aus der Geschichte der
Arbeiter im Weinberg. Dahinter steht die Frage, ob Gott nicht auch
ungerecht ist. Da gibt es die Frommen, die sich ihr Leben lang einigermaßen
bemüht haben, es Gott recht zu machen und ein ordentliches
Leben geführt haben. Dann bekommt man den Eindruck,
dass alles das bei Gott gar nicht so viel wert zu sein scheint, wie wir
meinen.

Ich habe immer auch fromme Menschen getroffen, die mir wortreich
erzählt haben, was sie alles Gutes tun und dann nur „für den
Herrn“. Vielleicht. Allerdings gilt da auch der Satz: „Immer wenn ich
mich einer guten Tat rühme, halbiert sich ihr Wert.“ Da sind manche
vielleicht schon im Minusbereich angelangt. Ach ja, geht ja mathematisch
gesehen gar nicht.

Für mich ist dieser Satz „die Letzten werden die Ersten sein“ ein
hoffnungsvolles Evangelium!

Ihr Michael Lohrer

Herrnhuter Losungen

Mittwoch, 16. Oktober 2019
Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben.
Jesus sah einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm.