Geistlicher Impuls

Es war nach einem Gottesdienst in unserer Gemeinschaft. Ich habe meine Utensilien nach Hause getragen, die Tür aufgeschlossen und wollte gerade hineingehen, als mich ein Kind aus der Gemeinde staunend ansah. „Was machst du da?“ – war die erstaunte Frage. Ich habe ihr erklärt, dass ich da wohne und jetzt ins Haus gehe. „Aber du wohnst doch in der Kirche!“ Ja, es war ja so. Immer, wenn wir uns getroffen haben, war ich im Gemeindesaal. Also logisch, dass ich da wohne. Schließlich bin ich ja wohl immer da zu finden. Eigentlich scheint das auch logisch zu sein – subjektiv betrachtet. Ich finde den Gedanken faszinierend, nicht um in unserem Gemeindesaal zu kampieren. Das hat ja der EC in der Wohnwoche praktiziert.

Nein, etwas ganz Anderes fasziniert mich, da zu Hause zu sein, wo es um Gott und um Jesus geht. Es geht um den Gedanken, den uns der Psalm 84 nahebringt, bei Gott zu Hause zu sein. Natürlich konnte man im Jerusalemer Tempel nicht wohnen, aber der Beter schaut sehnsüchtig zu den Schwalben und anderen Vögeln hinauf, die sich um keine Zutrittsverbote scheren und einfach im Tempel ihre Wohnung bezogen haben, besser gesagt, ihre Nester – unerreichbar für die moralischen Tugendwächter und Türsteher im Tempel.

In den Herrnhuter Brüdergemeinen wird der Saal mitten in der Siedlung auch die „gute Stube der Gemeinde“ genannt. Viele aus unserer Gemeinde verbinden ganz persönliche Erfahrungen mit unserem Gemeindesaal. Da wurden Kinder gesegnet und getauft, konfirmiert, es gab viele schöne Begegnungen. Wir haben den Segen Gottes erlebt, schöne Gottesdienste gefeiert, gesungen, gebetet, Gottes Wort gehört. Wir sind eine Gemeinde, wo viele Menschen Ideen haben und sich gerne einbringen. Ich denke da an die Lobpreisabende, wo wir gemeinsam Gott loben und anbeten dürfen und dann auch in die Tiefe des Glaubens geführt werden. Wir singen englisch und deutsch und das ist gut so. Wenn ich am Sonntag zum Gottesdienst rübergehe, freue ich mich, wenn ich schon von Liedern einer Band empfangen werde und viele dieser Lieder haben sich mir tief eingepflanzt. Ja es ist schön dazu zu gehören und dabei zu sein. Da hat sich etwas getan. Ach ja – lesen Sie mal den Psalm 84. Bei Gott zu Hause sein – schon jetzt.

Ihr Michael Lohrer

Herrnhuter Losungen

Freitag, 17. August 2018
Der HERR sprach: Dich jammert der Rizinus, um den du dich nicht gemüht hast, hast ihn auch nicht aufgezogen, der in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb, und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt?
Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient.